Sterbegeldversicherung – das müssen Sie wissen!

Eine Sterbegeldversicherung ist wichtig! Niemand denkt gerne an den eigenen Tod, wer aber die Finanzierung und Gestaltung seiner Bestattung nicht seinen Hinterbliebenen überlassen möchte, sollte sich noch zu Lebzeiten darum kümmern. Bei einer Bestattung fallen - je nach Art der Beisetzung und Beisetzungsfeier - Kosten zwischen 6.000 Euro und 8.000 Euro an.

Die Hinterbliebenen sind zur Übernahme der Bestattungskosten verpflichtet. Wenn diese die Kosten nicht aufbringen können oder Sie Ihren Hinterbliebenen diese finanziellen Belastungen ersparen möchten oder Sie keine Angehörigen haben, sich aber dennoch eine würdevolle Bestattung wünschen, dann kann der Abschluss einer Sterbegeldversicherung zur Vorsorge für Sie eine sinnvolle Lösung darstellen.

Überblick: Sterbegeldversicherung

  • Finanzierung der Bestattung nicht den Hinterbliebenen überlassen
  • Kosten zwischen 6.000 Euro und 8.000 Euro für die Bestattung
  • Hinterbliebene sind zur Übernahme der Bestattungskosten verpflichtet
  • Ohne Gesundheitsprüfung möglich
  • Geringe Beiträge (siehe Beiträge berechnen)
  • Lohnt sich v.a., wenn Sie jünger als 65 Jahre sind

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Sterbegeldversicherungen werden bereits seit langem von den sogenannten Sterbekassen angeboten. Es handelt sich dabei um kleinere, als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VvaG) organisierte Lebensversicherungen, die auf diese Leistung spezialisiert sind. Mit dem endgültigen Wegfall des Sterbegeldes in der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 2004 haben auch größere Versicherungsunternehmen Sterbegeldversicherungen in ihr Leistungsangebot aufgenommen.

Bei der Sterbeversicherung handelt es sich im Prinzip um eine normale Kapitallebensversicherung, die im Todesfall an einen vom Versicherungsnehmer bestimmten Empfänger die vereinbarte Versicherungssumme leistet. Aus dieser können dann die Bestattungskosten gedeckt werden. Manche Sterbegeldversicherungen umfassen zusätzlich auch bestimmte Assistance-Leistungen, zum Beispiel Rechtsberatungskosten im Zusammenhang mit der Erbfolge, Schadensversicherung für die Grabstätte oder die Gewährleistung der Grabpflege. Die Versicherungsbeiträge für die Sterbegeldversicherung dienen dabei zum einen dem Kapitalaufbau, zum anderen der Deckung des Todesfallrisikos und der Verwaltungskosten für die jeweilige Versicherung.

Was sind übliche Versicherungsbedingungen?

Nachfolgend werden typische Ausgestaltungsmerkmale von Sterbeversicherungen dargestellt. Die Versicherungsbedingungen im Detail variieren je nach Anbieter.

  1. Versicherungssumme
  2. Versicherungsbeiträge
  3. Beitragszeiten und Auszahlungszeitpunkte
  4. Gesundheitsprüfung und Wartezeiten

1. Versicherungssumme

Im Unterschied zur "normalen" Kapitallebensversicherung sind die Versicherungssummen bei Sterbegeldversicherungen relativ niedrig. Häufig liegen die Versicherungssummen zwischen 2.500 Euro und 5.000 Euro. Die Versicherungssumme wird individuell zwischen dem Versicherungsnehmer und der Versicherungsgesellschaft vereinbart, zum Teil geben die Versicherer definierte Beträge für Versicherungssummen vor, unter denen der Kunde dann wählen kann. Viele Versicherungen bieten Sterbegeldversicherungen erst ab bestimmten Mindestsummen, zum Beispiel 1.500 Euro, oder festgelegten Mindestbeiträgen an.

2. Versicherungsbeiträge für Sterbegeldversicherungen

Die Höhe der Versicherungsbeiträge für die Sterbegeldversicherung ergibt sich wesentlich aus der vereinbarten Versicherungssumme und dem Eintrittsalter. Oft wird eine monatliche Beitragszahlung vereinbart, aber auch quartalsmäßige, halbjährliche oder jährliche Beitragszahlungen werden (optional) angeboten. Häufig ist auch die Vereinbarung dynamischer Beiträge möglich. Die Beitragszahlungen erhöhen sich danach jährlich um einen bestimmten Prozentsatz, was auch zu einer höheren Versicherungsleistung im Todesfall als ursprünglich festgelegt führt. Eine solche Vereinbarung trägt den im Zeitablauf erfahrungsgemäß steigenden Bestattungskosten Rechnung.

3. Beitragszeiten und Auszahlungszeitpunkte

Bezüglich der Dauer der Beitragszahlung gibt es unterschiedliche Angebote. Häufig soll eine lebenslange Beitragszahlung ab Versicherungsabschluss erfolgen, wobei auch altersmäßige Obergrenzen für die Beitragszahlung, zum Beispiel 65 Jahre oder 85 Jahre, vorgesehen sind. Bei manchen Sterbeversicherungen ist auch die Vereinbarung einer festen Beitragsdauer möglich, üblich sind 25 Jahre. Wenn die Beitragszeit erreicht ist, muss der Versicherungsnehmer dann keine weiteren Beitragsleistungen mehr erbringen.

Im Regelfall leistet die Sterbegeldversicherung im Todesfall des Versicherungsnehmers. Vielfach erfolgt aber auch vor dem Tod eine Auszahlung der Versicherungssumme an den Versicherungsnehmer selbst, wenn er ein bestimmtes hohes Alter erreicht hat.

4. Gesundheitsprüfung und Wartezeiten

Sterbegeldversicherungen werden mit und ohne Gesundheitsprüfung angeboten. Nicht zuletzt wegen der relativ geringen Versicherungssummen verzichten manche Versicherungen auf die Gesundheitsprüfung. Die Versicherungsbeiträge sind hier allerdings höher, da das vergleichsweise größere Todesfallrisiko abgedeckt werden muss.

Viele Versicherer leisten die volle vereinbarte Versicherungssumme erst nach einer bestimmten Kapitalaufbauzeit. Nur bei Unfalltod wird das Sterbegeld unabhängig vom Todeszeitpunkt in der Regel immer in voller Höhe fällig. Häufig kommen - zum Teil altersabhängige - Wartezeiten zwischen einem und vier Jahren vor. Dies gilt insbesondere für Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsprüfung. Stirbt der Versicherungsnehmer innerhalb der Wartezeit, leistet die Versicherung nur teilweise. Die Höhe der Zahlungen variiert dabei je nach Versicherung und orientiert sich in vielen Fällen an den bis zum Todeszeitpunkt geleisteten Beiträgen. Bei Tod innerhalb des ersten Versicherungsjahres werden oft nur die Beiträge für die Sterbegeldversicherung zurückerstattet.

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Sterbegeldversicherung-Vergleich – was ist zu beachten?

Die Versicherungsbeiträge hängen wesentlich vom Versicherungseintrittsalter ab. Je später die Sterbegeldversicherung abgeschlossen wird, umso kürzer können Versicherungsbeiträge zum Kapitalaufbau eingesetzt werden und umso stärker wirkt sich das Todesfallrisiko aus. Die Folge sind mit zunehmendem Eintrittsalter deutlich steigende Beiträge für die Sterbegeldversicherung. Bislang mussten Frauen wegen ihrer durchschnittlich höheren Lebenserwartung in der Regel niedrigere Versicherungsbeiträge bezahlen als Männer. Mit der Einführung der Unisex-Tarife ist dieser Unterschied entfallen.

Wer einen Vergleich von Sterbeversicherungen durchführt, sollte darauf achten, dass die Versicherungsbedingungen der verglichenen Unternehmen sich deutlich unterscheiden können. Eine Sterbegeldversicherung mit niedrigeren Beiträgen muss nicht unbedingt günstiger sein, wenn die Vertragsbedingungen unvorteilhaft gestaltet sind. Ein Blick in das "Kleingedruckte" empfiehlt sich. Dementsprechend lassen sich die Sterbegeldversicherungen auch nur schlecht miteinander vergleichen.

Wann eignet sich die Sterbegeldversicherung für Sie?

Prinzipiell kommt eine Sterbegeldversicherung dann in Betracht, wenn nur wenig sonstiges liquides oder liquidierbares Vermögen vorhanden ist, aus dem die Bestattungskosten gedeckt werden könnten. In einem solchen Fall lohnt es sich, eine entsprechende Versicherung zur Bestattungsvorsorge abzuschließen.

Oft werden die relativ hohen Kosten bei Sterbegeldversicherungen kritisiert. Sie hängen nicht zuletzt damit zusammen, dass die in die Versicherungsbeiträge eingepreisten Verwaltungskosten bei den niedrigen Versicherungssummen der Sterbegeldversicherungen stärker zu Buche schlagen als bei den üblicherweise über höhere Beträge abgeschlossenen "normalen" Kapital- oder Risikolebensversicherungen.

Einen anderen wesentlichen Kostenfaktor bildet das mit zunehmendem Eintrittsalter steigende Todesfallrisiko. In einer Untersuchung kommt die Stiftung Warentest zu dem Ergebnis, dass für über 65-jährige die Sterbeversicherung wegen des zu hohen Anteils der Risikoabsicherung generell zu teuer wird (vgl. Stiftung Warentest). Im Zweifel muss durch den Versicherungsnehmer dann ein höherer Beitrag geleistet werden, als an Versicherungssumme vereinbart worden ist. Bei jüngeren Personen mit noch relativ langer Lebenserwartung kann es dagegen rentierlicher sein, alternativ zu einer Sterbegeldversicherung - zum Beispiel im Rahmen eines Sparplans - systematisch Kapital aufzubauen, das dann später für eine Bestattung zur Verfügung steht.

Sterbegeldversicherungen sind damit vor allem für Personen im mittleren Alter interessant. Letztlich kommt es aber wesentlich auf die individuellen Gegebenheiten wie die Einkommens- und Vermögenssituation, die persönliche Lebensplanung, die Vorstellungen über Erbschaftsregelungen und die eigenen Wünsche hinsichtlich der Beerdigung an, um zu entscheiden, ob eine Sterbegeldversicherung zweckmäßig ist. Wenn Sie an den Abschluss einer Sterbegeldversicherung denken, sollten Sie vorher prüfen, ob nicht noch anderweitig Ansprüche auf Sterbegeld bestehen. Denn trotz der Abschaffung des Sterbegelds in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es nach wie vor eine Reihe von Möglichkeiten zur Beanspruchung von Sterbegeld. Als zusätzliche Absicherung kann eine Sterbegeldversicherungen aber auch bei anderweitigen Sterbegeld-Ansprüchen Sinn machen.


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