Wann wird Sterbegeld gezahlt?

Bis zum 31.12.2003 zahlte die gesetzliche Krankenversicherung noch ein Sterbegeld an Angehörige ihrer Mitglieder, die als Zuschuss zu den Bestattungskosten verwandt werden konnte. Auch beim Tod familienversicherter Angehöriger wurde ein Sterbegeld in 50%iger Höhe geleistet. Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ist diese Leistung zum 1.1.2004 entfallen. Der Wegfall des Sterbegeldes bildete für viele private Versicherungen den Anlass zum Angebot von Sterbegeldversicherungen. Trotz dieses Wegfalls wird vielfach noch Sterbegeld aufgrund anderer Anspruchsgrundlagen gezahlt. Darüber hinaus bestehen weitere Möglichkeiten zur Finanzierung von Bestattungskosten. Hierzu erhalten Sie folgenden Überblick:

Gesetzliche Unfallversicherung

Wenn jemand infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit stirbt, wird an die Hinterbliebenen ein Sterbegeld in Höhe von einem Siebtel der sozialversicherungsrechtlich festgelegten Bezugsgröße gezahlt. Diese orientiert sich am Jahresdurchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch Überführungskosten werden unter bestimmten Bedingungen übernommen. Sterbegeld wird im Übrigen auch bei tödlichen Unfällen von Studenten, Schülern und Kindergartenkindern im Zusammenhang mit der jeweils besuchten Einrichtung geleistet.

Private Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung zahlt bei Unfalltod Sterbegeld im Rahmen der vereinbarten Versicherungsleistungen. Dies gilt auch dann, wenn Anspruch auf Sterbegeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung besteht.

Beamtenversorgung

Hinterbliebene Ehegatten und Abkömmlinge von Beamten oder Beamtenpensionären erhalten auf der Grundlage des Beamtenversorgungsgesetzes ein Sterbegeld in Höhe der doppelten Dienstbezüge bzw. Pension.

Sterbebeihilfen von Arbeitgebern und Gewerkschaften

Vielfach werden von Arbeitgebern Sterbebeihilfen aufgrund tarif- oder arbeitsvertraglicher Vereinbarungen geleistet. Auch bei Mitgliedschaft in manchen Gewerkschaften oder in Versorgungswerken bestimmter Berufsgruppen erwirbt man einen Anspruch auf Sterbebeihilfe.

Betriebliche Altersversorgung

Es können sich Ansprüche auf Sterbegeld auf der Grundlage einer bestehenden betrieblichen Altersversorgung bis zu einer Höhe von maximal 8.000 Euro ergeben.

Kriegsgeschädigte

Hinterbliebene von Kriegsbeschädigten haben unter bestimmten Voraussetzungen (Zusammenleben in häuslicher Gemeinschaft) Anspruch auf Sterbegeld nach dem Bundesversorgungsgesetz in Höhe der dreifachen Versorgungsbezüge.

Gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt zwar kein Sterbegeld. Der Hinterbliebene Ehepartner eines verstorbenen Rentenbeziehers erhält aber in den ersten drei Monaten nach dem Tod zur Erleichterung des finanziellen Übergangs weiter die vollen Rentenbezüge. Erst danach wird die niedrigere Witwer-/Witwenrente nach den gesetzlichen Vorschriften gezahlt.

Mögliche Ansprüche prüfen

Wenn Sie an den Abschluss einer Sterbegeldversicherung denken, sollten Sie sich zunächst einen Überblick über eventuelle Ansprüche auf Sterbegeld verschaffen. Je nachdem, ob und in welcher Höhe Ansprüche bestehen, hat dies Auswirkungen auf die Höhe der sinnvollerweise zu vereinbarende Versicherungssumme bzw. darauf, ob Sie überhaupt eine Sterbegeldversicherung benötigen. Berücksichtigen sollten Sie auch, ob weitere Risiko- oder Kapitallebensversicherungen bestehen, die im Todesfall Leistungen an Ihre Hinterbliebenen erbringen.